Kunst zum Anfassen, Schüler und Lehrer zum Reden, ein Haus, das lebt: so nahmen die Besucher am Tag der offenen Tür die Schule für Gestaltung in der Heilbronner Bahnhofstraße wahr. Den Unterrichtsraum im Untergeschoss der Villa Nestle hatten die Schüler in einen minimalistisch ausgestatteten Show-Room verwandelt. Die Gäste, die die Schule bei dieser Gelegenheit von innen kennen lernen wollten, kamen zahlreich – und viele genossen die Foto-Schau, die ein Vorbereitungsteam auf zwei Leinwänden gleichzeitig zeigte: Porträts zum Thema „People“, Architekturaufnahmen, Blitz-Experimente, Natur-Sichten. Das breite Spektrum der Techniken, der Motivwahl und verschiedener Bearbeitungs-Stadien zeigte, wie sich die Schüler im Berufskolleg Foto- und Medientechnik entwickeln.

Von den Lotsen am Eingang der Villa geleitet, fanden sich die Besucher in den vollen Gängen und Zimmern zurecht: Am Messestand-Tresen im ersten Stock gab es alle Informationen aus erster Hand, von Schüler zu Schüler, samt Vermittlung zu den Ansprechpartnern aus dem Dozenten- und Schulleitungsteam.
Für den Förderverein ergänzten Anette Izquierdo, Hans-Jürgen Friedrich und Dittmar Schuster das Schülerteam, das selbstgefertigte Buttons, Geschenkpapiere und Glückwunschkarten fürs bevorstehende Weihnachtsfest verkaufte. „Ich bin weiter mit Überzeugung dabei“, sagt Izquierdo, deren Tochter nach ihrem Grafik-Design-Abschluss in Heilbronn schon im fünften Semester studiert und die dennoch dem Förderverein treu geblieben ist. Die Zulieferer für den Weihnachtsschmuck-Nachschub saßen derweil unterm Dach: Fröhlich wurde hier gepinselt und gewalzt, Kartoffel-gedruckt und ausgeschnitten.

David Keß mit seinen sieben Jahren spielte Mäuschen in der Schule seiner Schwester Anja, die die neue Grafik-Design-Klasse besucht, und würde sofort in der Villa Nestle anfangen: „Cool“, fand der junge Nachwuchs-Maler das offene Angebot und werkelte munter drauf los. Seine Lehrer in der Unterrichtswerkstatt waren Heike Hofacker, Laura Wenisch und Sonja Knoblauch sowie Uli Peter. Erst einmal alles ansehen wollte sich Felix Falkner aus Sinsheim-Hoffenheim: Der 14-Jährige kam mit seinen Eltern, um die Kreativenschmiede im Heilbronner Bahnhofsviertel einmal von innen zu sehen und hat ganz andere Vorstellungen, wie eine Schule aussieht. „Das kennen wir“, lachte Schulleiter Horst Strümann, „aber erfahrungsgemäß gewöhnen sich die Neulinge schnell an unsere offenen, praxisorientierten Unterrichtsstil“.
Den demonstrierte auch Fotografie-Lehrer und -Profi Ebby May. Im Fotostudio im Haupthaus des Kolping-Bildungszentrum gegenüber der Villa Nestle fertigte er von den Gästen Porträtaufnahmen, die es heuer in eine Weihnachtskugel verschlossen mit nach Hause gab. Den Einblick in Studio und Labor, in dem die angehende Foto- und medientechnischen Assistenten unter anderem lernen, gab auch die Bilderschau von Schüler-Aufnahmen am Heilbronner Theater.
An den Bildschirmarbeitsplätzen zeigten die Schüler, wie sie Bilder in Bewegung bringen. Selbst die Kuchen, die sie mitgebracht hatten und zum Verkauf anboten, waren zum Teil kleine Kunstwerke, kredenzt auf den mit schwarzweißen Muster- und Struktur-Zeichnungen dekorierten Tischen in der Klassenzimmer-Cafeteria. So schön, dass manche Gäste gar nicht wagten, ihre Tassen und Teller abzustellen. Einige der Interessenten werden die Termine für die Vorbereitungskurse nutzen, die am Samstag, 21. November beginnen.



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